Behinderungen auf Radwegen

Auf unsere Anfrage zum Thema Behinderungen auf Radwegen anlässlich des laufenden ADFC-Klimatests (vgl. ADFC Fahrradklimatest 2014- Stadtlohn nur Mittelmaß) wurde auf der Ratssitzung vom 14. Septemeber Antworten erteilt. Es gehen pro Jahr eine einstellige Anzahl an Anzeigen bei der Stadtverwaltung ein, die sich auf haltende oder parkende Kraftfahrzeuge auf Radspuren beziehen. Diese werden auch im Rahmen der Möglichkeiten geahndet. Desweiteren wird mit Anliegern, die regelmäßig den Radweg zum Be- und Entladen nutzen gesprochen, wodurch sich meist zumindest eine zeitweise Besserung ergibt. Schwerpunktkontrollen an Schulwegen werden nicht durchgeführt, da es keine Beschwerden der Schulen dazu gibt. Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Unternehmer, die im Auftrag der Stadt unterwegs tätig sind, haben keine Sonderrecht, um auf den Radweg zu stehen (Ausnahme: Wartungsarbeiten an den Wegen oder Kanälen). Anzeigen werden dementsprechend auch nachgegangen, wie auch in einem aktuellen Fall. Baustellen auf Radwegen werden von der Kreisverwaltung mit einem entsprechenden Konzept zur Wegeführung genehmigt. Bei Zuwiderhandlungen werden auch hier den Anzeigen aus der Bevölkerung nachgegangen, wie ebenfalls in einem aktuellen Fall. Mülltonnen an Abfuhrterminen müssen hingegen auf Radwegen hingenommen werden. Die Anregung, das Abfallunternehmen zu bitten Gefäße der Anliegern an Radwegen mit Reflektionsstreifen auszustatten, wurde hingegen von der Verwaltung aufgenommen.

link: ADFC Fahrradklimatest 2016

Bus auf Radweg
Dieser Bus wartet auf die Reisegruppe und blockiert dabei den Radweg in Schulnähe

Grüne besuchen künftiges Tierheim


Die Stadtlohner Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat am 14. September gemeinsam mit weiteren Vertretern der Grünen aus Ahaus, Borken und dem Kreistag die Baustelle des neuen Tierheims an der ehemaligen B70 zwischen Stadtlohn und Ahaus besichtigt. Dort wurden die Mitglieder der politischen Gremien von der künftigen Betreiberin Julia Steggemann über die Baustelle geführt. Dabei konnten das Katzenhaus und je ein Gebäude für Fund- und Pensionshunde in Augenschein genommen werden.
„Frau Steggemann ist eine erfahrene Tierpflegerin, die genau weiß worauf es bei der Gebäudeaufteilung ankommt“, stellte Ratsmitglied Richard Henrichs aus Stadtlohn fest. So wird größtenteils auf Gitterabtrennungen verzichtet und viel mit Fenstern gearbeitet. Neben den Pensions- und dem Vermittlungsräumen wird es sowohl im Katzen- als auch für Hundehaus einen Quarantänebereich geben, in dem Fundtiere zunächst aufgenommen werden.
Jens Steiner, Vorsitzender des für den Tierschutz zuständigen Kreistagsausschuss für Sicherheit und Ordnung, sagte: „Tierheime sind zentrale Einrichtungen für den Tierschutz vor Ort und nehmen wichtige Aufgaben für die Allgemeinheit wahr“. Im neuem Tierheim werden künftig Fundtiere aus 17 Städten und Gemeinden untergebracht, darunter Stadtlohn und Ahaus. Wenn alles nach Plan verläuft soll im Dezember diesen Jahres die Eröffnung gefeiert werden.


Julie Steggemann zeigte ihren Gästen u.a. den Vermittlungsbereich im künftigen Hundehaus

Fraktionssitzung am 29. August

Am Montag, den 29. August 2016 findet die nächste Sitzung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat der Stadt Stadtlohn statt. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Erdgeschoss des Haus Hakenfort in der Dufkampstraße 11. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind wie immer herzlich willkommen.
Neben der Vorbereitung der städtischen Ausschusssitzungen des Bauausschusses am Dienstag und Hauptausschusses am Mittwoch, wird in der Fraktionssitzung noch der Fraktionsvorsitz neu besetzt und über die Umbesetzung der Ausschüsse nach dem Ausscheiden von Marlies Bomers-Meiering aus dem Stadtrat beraten. Bürgerinnen und Bürger, die sich vorstellen können künftig GRÜNE Interessen in den städtischen Ausschüssen zu vertreten, können sich unter fraktion@gruene-stadtlohn.de oder in der Fraktionssitzung melden.

Die Tagesordnung der Fraktionssitzung ergibt sich demnach folgendermaßen:
  1. Formalia
    a) Aufnahme von Ratsmitglied Günter Dirks in die Fraktion
    b) Wahl eines neuen Fraktionsvorsitzenden
    c) Künftige Besetzung der Ausschüsse (Antrag an dem Stadtrat)
  2. Vorbereitung der städtischen Ausschüsse
    a) Bau-, Planungs- und Umwektausschuss (30.08.2016 und 31.08.2016)
    b) Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss (31.8.2016)
  3. Verschiedenes

Abschied nach 18 Jahren

Leonhard Diekmann verabschiedet Marlies Bomers-Meiering
Blumen zum Abschied: Vorstandssprecher Leonhard Diekmann dankt Marlies Bommers-Meiering für 18 Jahre Engagement

Nach 18 Jahren leidenschaftlichen Engagements für grüne Ideen hat Marlies Bomers-Meiering am 27. Juni ihre letzte Fraktionssitzung absolviert und wurde von Fraktion und Ortsverband verabschiedet.

Marlies war dabei, als 1998 der Ortsverband (wieder-)gegründet wurde und vertrat seit 1999 die Grünen im Rat der Stadt Stadtlohn. In 18 Jahren hat sich Marlies immer für grüne Ideen engagiert und damit den Ortsverband und die politische Arbeit in Stadtlohn maßgeblich geprägt.
1999 gelang ihr als erste Grüne der Sprung in den Stadtrat. 2004 konnte sie dies wiederholen. Von 2009 bis 2014 war sie als Vertreterin der Grünen in der gemeinsamen Liste mit den Sozialdemokraten im Rat der Stadt Stadtlohn.
Bei der Kommunalwahl 2014 errangen Bündnis 90 /Die Grünen zum ersten Mal zwei Ratsmandate und Marlies übernahm den Fraktionsvorsitz. Leider verlässt Marlies Stadtlohn aufgrund ihrer neuen Arbeit in Münster. Der Ortsverband und die Fraktion werden sie vermissen!

Marlis Bomers-Meiering und ihre Nachfolger
Günter Dirks (links) rückt für Marlies Bomers-Meiering an der Seite von Richard Henrichs (rechts) in den Stadtrat nach

Bericht aus dem Bauausschuss

Am Dienstag, den 10. Mai 2016 fand eine weitere Sitzung des Umwelt-, Planungs- und Bauauschuss statt. Unter anderem galt es dort, eine weitere Änderung des künftigen dm-/Demes-Parkplatz zu beschliessen. In Absprache mit der Behindertenbeauftragten wurde dort ein zusätzlicher Fußweg eingeplant, damit Fußgänger*innen, die aus Richtung ev. Kirche kommen, nicht quer über den Parkplatz gehen müssen und dabei den ausparkenden Verkehr behindern. Dieser Weg wird so geplant, das Fußgänger*innen nun um eine Reihe parkender Autos gehen sollen, also einen Umweg in Kauf nehmen müssen. Wir haben bereits diese zusätzliche Parkreihe, für die ein Grundstück angekauft werden muss, für überflüssig gehalten und den Ankauf abgelehnt, da bereits durch den Häuserabriss zur Hagenstraße genügend zusätzliche Stellplätze entstehen. Nun sollen, aufgrund diesen unvorteilhaften Fußweges, auch noch Mittel in Höhe von 50.000 Euro, die für Verbesserungen im Fußwegenetz vorgesehen sind, diesen Parkplatz mitfinanzieren. Dies haben wir als einzige Fraktion abgelehnt, da mit diesen Mitteln tatsächliche Verbesserungen der Fußwege realisiert werden sollten. Alle anderen Änderungen des Entwurfs, insbesondere den möglichen Erhalt von ausgewachsenen Bäumen, begrüßen wir hingegen.
Als nächstes stand eine geplante Einzäunung des Schulhofs des Geschwister-Scholl-Gymnasiums auf der Tagesordnung. Die angeführten Probleme von “Hinterlassenschaften von Hunden” teilen wir, wünschen uns allerdings eine verdichtete Hecke als Barriere. Die FDP-Fraktion widersprach und hält Zäune als wesentlich pflegeleichter und somit kostengünstiger. Ob genügend dafür getan werde, um an die Vernunft der Hundehalter*innen zu appelieren ist auch fragwürdig, da die aufgestellten Schilder dort nicht mehr erkennbar sind und die Hundekot-Beutel-Halter selten augefüllt werden. Desweiteren sehen wir bei einer kompletten Umzäunung Einschnitte bei der Fußwegebeziehung zwischen Bomers Kamp und Immingfeldweg. Da es hier bei uns fraktionsintern zu keiner entgültigen eindeutigen Bewertung der Vor- und Nachteile dieser Einzäunung gekommen ist, haben wir uns diesbezüglich mit einigen Mitgliedern der CDU-Fraktion zu diesem Beschluss enthalten.
Bei der Auftstellung des Bebauungsplan zum erweiterten Baugebiet Erningfeld ist eine für uns wesentliche Frage geklärt worden: Die Eichen am Rande des geplanten Baugebietes bleiben erhalten. Somit haben wir, wie auch alle anderen Fraktionen, mit der Erweiterung grundsätzlich keine Probleme.
Ein weiteres, hingegen kontrovereses Thema bildete die Änderung eines anderen Bebauungsplans. Hier hat ein Bauherr am Berkelhook mehr Wohneinheiten errichtet als im Bebauungsplan vorgesehen und möchte dies nachträglich durch die Änderung genehmigt bekommen. Auch die Stadtverwaltung hat in ihrer Beschlussvorlage für diese Änderung plädiert, wenn der Bauherr die dafür notwendigen zusätzlichen KFZ-Stellflächen auf eigene Grundstücke schafft. Die Mitglieder im Bauausschuss sahen dies aber durch die Bank anders: Während die SPD noch den Vorschlag eines “Freikaufs” (z.B. in Höhe von zwei Jahresmieten je Wohneinheit) unterbreitete, sollten alle anderen Fraktionen hier kein Präsendenzfall schaffen, da dies den Sinn eines Bebauungsplans und der Lenkungsfunktion von politischen Gremien ad absurdum führen würde. Die zusätzlichen KFZ-Stellflächen würden im Straßenbild überhand nehmen und auch keine Reserveflächen mehr vorhalten. Da dies in einem Gebiet ist, der auch durch den ÖPNV und fußläufgen Nahversorgung schlecht erschlossen ist und somit in der Regel mit mehr als ein PKW je Wohneinheit zu rechnen ist, sehen wir das ebenfalls kritisch, ebenso dass es sich hierbei nicht um eine gewöhnliche Stichstraße handelt, sondern um einen viel genutzeten durchlässigenFußweg in Richtung Friedhof. Gerade hier sollte kein ausgeprägtes Bild des ruhenden KFZ-Verkehrs vorherrschen.

Haushalt 2016

In der Ratssitzung am 2. März 2016 wurde der Stadtlohner Haushalt für dieses Jahr verabschiedet. Auch wir von Bündnis 90/Die Grünen haben über unsere Ratsfraktion Anträge eingebracht, die in der Sitzung beraten wurden. Konkret haben wir folgendes beantragt:

Schülerbeförderung
Die Kosten für die Schülerbeförderung steigen von Jahr zu Jahr erheblich, obwohl die Anzahl der Schüler tendenziell sinkt. Das Problem liegt darin, dass es sich bei der Schülerbeförderung um Öffentlichen Personen-Nahverkehr handelt und die Busse auf jeden Fall nach Fahrplan fahren, egal ob sie nach einer bestimmten Schulstunde genutzt werden oder nicht. Das führt dazu, dass Busse teils kilometerweit durch Bauernschaften fahren, obwohl da kein Schulkind ein- oder aussteigen möchte – weil es halt in Plan steht und im Zweifelsfall von der Stadt bezahlt wird. Zum anderen gibt es über lange Strecken auch Parallelverkehre, d.h. es werden zwei Busse in einer Richtung nahezu zeitgleich eingesetzt, obwohl von der Kapaziät her nur einer gebraucht wird, der dann ggf. noch die ein oder andere Schleife des anderen Busses übernehmen müsste.
Bereits letztes Jahr haben wir auf konkrete Parallelverkehre aufmerksam gemacht, die nun teilweise auch eingespart werden, trotzdem ist der Haushaltsansatz abermals gestiegen. Ausserdem haben wir beantragt, auch mal auf andere Gemeinden zu schauen, die die Art der Schülerbeförderung reformiert haben und somit erhebliche Kosten einsparen, um mit den Busunternehmen darüber zu verhandeln. Dies könnte dann z.B. zu einem bedarfsgerechten Verkehr, d.h. die Busse fahren nur dorthin wo konkreter Aussteigebedarf ist, oder den sogenannten freigestellten Schülerverkehr führen, also der Einsatz von reinen Schulbussen, die dann bei Schulausfall u.ä. auch entfallen könnten, da sie nicht in den für die Allgemeinheit veröffentlichten Fahrplänen stehen. Zwar ist uns bewusst, dass diese dann auch nicht mehr im sogenannten Jedermann-Verkehr genutzt werden könne, dazu ist jedoch in den Bauernschaften in der Regel kein Bedarf – nicht zuletzt da die Fahrpläne derzeit ausschliesslich auf den Schulbetrieb ausgelegt sind.
Ausser der FDP konnten wir leider keine andere Fraktin von den Ideen überzeugen, so dass Stadtlohn zunächst bei dem alten starren und kostenintensiven Konzept bleiben wird.

Flüchtlingsarbeit
Dazu haben wir zwei Anträge gestellt: zu einem wollten wir eine zusätzliche Bundesfreiwilligendienst (Bufti) Stelle zur Betreuung von Flüchtlingen schaffen. Da die SPD allerdings zuvor bereits eine Sozialarbeiter*innen*stelle erfolgreich beantragt haben, die auch von unserer Fraktion zugestimmt wurde, haben die anderen Fraktionen eine weitere Bufti-Stelle für überflüssig gehalten.
Desweiteren haben wir Mittel beantragt, um ein “Café der Begegnung” als Anlaufstelle für Flüchtlinge in einem leerstehenden Ladenlokal in der Innenstadt einzurichten und dem bereits erfolgreichen “Café international” als stetigen Angebot zur Seite zu stellen. Generell waren auch andere Fraktionen die Idee begeistert, würden aber eine kostenneutrale Variante, z.B. im Haus Hakenfort bevorzugen. Deshalb deutete sich für die Einstellung  finanzieller Mittel im Haushalt keine Mehrheit im Stadtrat an. Um die grundsätzliche Idee nicht zu gefährden haben wir den Antrag auf finanzielle Mittel zurückgezogen, da diese notfalls auch über andere Haushaltsposten laufen bewältigt werden könnten.

Ortsumgehung
Seit Jahren werden dafür Planungkosten in Höhe von € 10.000 “geparkt”. Wir wollten diese Mittel herausnehmen bzw. für andere Projekte freigeben, da eine Umgehungsstraße aus finanziellen sowie Naturschutz- und Lärmschutz-Gründen nahezu unrealisierbar ist. Statt dessen sollte bei der Kreisverkehrsbehörde und beim Landesbetrieb Straßen.NRW andere Maßnahmen vorangetrieben werden, die zu weniger Verkehr auf der Ortsdurchfahrt (alte B70) führen. Insbesondere ein Tempo 30-Abschnitt auf der Grabenstraße würde den Verkehrslärm schon erheblich reduzieren. Bereits heute kann dort zur Hauptverkehrzeit ohnehin kaum schneller gefahren werden, da jedoch keine Tempobegrenzung dort vorgesehen ist, erkennen die meisten Navigationssysteme diese Route als schnellste Variante zwischen Nord- und Südkreis (z.B. Ahaus-Borken), obwohl es über die Baumwollstraße – ohne Ortsdurchfahrten – kaum länger dauert. Außer uns halten jedoch alle anderen Fraktionen am “Traum” der Ortsumgehung weiter fest (vgl. Münsterlandzeitung).

Stadthalle
Bereits 2012 wollte der Stadtrat einstimmig von der Verwaltung wissen, welche Sanierungsarbeiten in absehbarer Zeit an der Stadthalle nötig werden. Ein Sanierungsplan ist trotzdem nicht erstellt worden. Nun sind über € 21.000 für einen neuen Bühnenvorhang in den Haushalt eingestellt worden, da dieser nicht mehr den aktuellen Brandschutzbestimmungen genügt. Auch wir sehen die Einhaltung der Brandsicherheit, aber auch den Weiterbetrieb der Stadthalle als notwendig an, wollten jedoch endlich mal den vor vier Jahren angefragten Sanierungsplan sehen, bevor die Mittel freigegeben werden. Wir vermuten, dass in den nächsten Jahren noch weitere sicherheitsrelevante Sanierungen anstehen. Den Antrag auf einen Sperrvermerk, bei dem die Freigabe der Mittel erst nach Vorlage des Sanierungsplans vom Stadtrat freigeben werden würden, haben die anderen Fraktionen hingegen nicht mitgetragen und somit ihren eigenen Beschluss aus dem Jahr 2012 revidiert. Die Sanierungsstau in der Stadthalle wird somit erst nach und nach in den kommenden Jahren ans Licht rücken.

Abgelehnt haben wir die von anderen Fraktionen beantragte Erhöhung der Unterhaltsmittel für Wirtschaftswege. Hier müsse ein Verfahren gefunden werden, Sanierungsarbeiten von Verursachern durch den Schwerlastverkehr zu finanzieren. Dazu haben wir bereits letztes Jahr ein Beispiel aus Niedersachsen vorgelegt.
Auch nicht mitgetragen haben wir zusätzliche € 30.000 für eine neue Weihnachtsbeleuchtung, da dafür zusätzlich weitere € 30.000 auch aus dem Verfügungsfond für die Innenstadt von uns freigegeben werden sollen.

Insgesamt haben wir aber dem Haushaltsentwurf mit den von den Fraktionen beantragten und vom Stadtrat beschlossenen Änderungsanträgen – auch ohne den von uns angeregten Sparvorschlägen – zugestimmt, da uns die Aufstockung der Flüchtlingsarbeit sehr am Herzen liegt und diese nicht gefährden wollen.

Debatte um Parkgebühren

Im Rahmen der Haushaltsberatungen im Stadtrat hat die SPD-Fraktion angeregt, auf neue Parkscheinautomaten und damit dauerhaft auf Parkgebühren in der Innenstadt zu verzichten. Aufgrund der reduzierten Anzahl an Stellplätzen im neugestalteten verkehrsberuhigten Geschäftsbereich würden sich diese nicht mehr lohnen. Wir sehen Parkgebühren hingegen weniger als Einnahmequelle sondern vielmehr als ein geeignetes Lenkungsinstrument für den Verkehr in der Innenstadt: Sind die straßenbegleitenden Parkplätze gebührenpflichtig, so wird eher auf kostenlose Parkplätze an Rande der Innenstadt ausgewichen.

Parkscheibe

Ergebnis ADFC Fahrradklimatest 2014: Stadtlohn nur Mittelmaß

Am 19. Februar 2015 wurden die Ergebnisse des ADFC Fahrradklimatests veröffentlicht. Stadtlohn liegt zwar im Bundesschnitt, von den sechs bewerteten Gemeinden im Kreis Borken jedoch mit über einer halben Note Abstand ganz hinten. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass innerhalb eines Kreises ähnliche Rahmenbedingugen herrschen, einerseits was die Topografie und Mentalität der Bevölkerung angeht, anderseits aber auch die gleichen politischen und verwaltungstechnischen Rahmenbedingungen vorliegen. Auffällig ist, das es Stadtlohn auch ohne öffentlichen Aufruf in die Bewertung geschafft hat – 50 Teilnehmer waren erforderlich. Zur Teilnahme haben Privatpersonen aus unterschiedlichen Kreisen in sozialen Netzwerken aufgerufen, wodurch sicherlich die Bewertung kritischer ausgefallen ist, als z.B. in Vreden oder Heek, wo die Stadtverwaltungen zur Teilnahme aufgerufen haben. Bocholt, Rhede und Reken, die auch jeweils bewertet wurden, sind bereits Mitglied im Arbeitskreis Fahrradfreundlicher Städte in NRW (AGFS). Das ADFC-Testergebnis hat diesen Kurs mit den besten Noten im Kreis durchaus bestätigt.
Es reicht scheinbar also nicht aus, sich als Gemeinde einfach selbst auf Großveranstaltungen als “fahrradfreundlich” zu bezeichnen (Bürgermeister Könning beim Münsterland-Giro 2012), zumal Sportveranstaltungen wie Kunstradwettbewerbe und Nachtuhlenrennen wenig mit dem klimafreundlichen Alltags-Radverkehr und dessen Förderung zu tun haben. Im Gegenteil, die Führungsfahrzeuge werden bei Radrennen meist von Autohäusern gesponsert.
Gerade bei den ordnungs- und planungstechnischen Fragen zur Führung an Baustellen, Breite der Radwege und Falschparkerkontrolle auf Radwegen, die in der kommunalen Verwaltung vor Ort geregelt werden, hat Stadtlohn besonders schlechte Noten (3,5 und schlechter) attestiert bekommen.


Radweg an der Burgstraße während des ADFC-Fahrradklimatests –
bei der Führung an Baustellen hat Stadtlohn besonders schlecht abgeschnitten


Zu schmaler Radweg (nur links der nachgezeichneten Linie) – zudem mit Baustellenschild zugestellt – das Überfahren der Linie gilt als Ordnungswidrigkeit und kann zu Unfällen führen


Unübersichtliche und zudem nicht StVO-konforme Beschilderung an einer anderen Baustelle an der Eschstraße

Konzepte für den motorisierten Verkehr

Das es in Stadtlohn keine politische Mehrheit für eine autofreie Innenstadt gibt ist ja schon längst bekannt. Nun wird die Innenstadt – nach Beschlüssen einer Bauaussschussitzung vom 25. November – stattdessen insgesamt autofreundlicher gestaltet. Bündnis 90/Die Grünen halten hingegen weiter am Ziel fest, die gesamte Innenstadt fußgängerfreundlich zu gestalten – und stehen leider ziemlich alleine da.

Zunächst einmal wurde beschlossen, dass ein Durchgangsverkehr im Verkehrsberuhigten Geschäftsbereich nicht nur geduldet, sondern ausdrücklich erwünscht ist. Die Fahrtrichtung der Rezepterstraße wird umgedreht, die Eschstraße in Marktnähe soll künftig doppelt so viele Fahrzeuge aufnehmen wie bisher. Damit diese Fahrzeuge dort und in der Stegerstraße auch freie Fahrt haben, hat der Bauausschuss mit großer Mehrheit beschlossen, Fußgänger in die Randbereiche der Straßen zu drücken, und nicht wie in der bereits neugestalteten Dufkampstraße als gleichberechtigte Verkehrspartner anzusehen. Einschlägige Richtlinien halten einen Mischverkehr bei Fahrzeugstärken bis 4000 pro Tag für unbedenklich – prognostiziert sind nur halb so viele, trotzdem will man hier eine Separierung weiterverfolgen.

Auch die Alte Poststraße wird durch das beschlossene Verkehrskonzept mehr belastet. Die Ausfahrt aus dieser Straße ist sehr unübersichtlich, und Fahrzeuge müssen auf den Vorfahrtsberechtigten Radweg vorziehen, um die Grabenstraße einsehen zu können, was zu Behinderungen und Gefahren des Radverkehrs entlang der Grabenstraße führt. Wartet man vorm Fuß- bzw. Radweg kann man herannahende PKWs und Fahrräder nicht früh genug erkennen. Diese Situation wird mit einer fast 50%igen Mehrbelastung verschärft.


links: Perspektive eines Radfahrers an der Grabenstraße
rechts: Sichtfeld eines PKW-Fahrers in der Alten Poststraße, wenn er vorm Radweg wartet

Diese Fahrradunfreundliche Haltung der politischen Mehrheit und Verwaltung spiegelt sich auch bei Umbauplänen am “Knotenpunkt Berken”, die wir von Bündnis 90/Die Grünen kritisieren. Obwohl Radfahrer hier jetzt schon das nachsehen haben, da sie die Kreuzung – von der Burgstraße kommend – nicht gradlinig überqueren können und zudem noch abbiegenden Verkehr Vorrang gewähren müssen, soll hier nun auch der Radweg entfernt werden, um eine längere Abbiegespur zu errichten. Die Folge: An dieser sehr belebten Stelle soll der Radverkehr gemeinsam mit dem Fußgängerverkehr geführt werden.


Der markierte Teil (Radweg) soll einer zweiten Fahrspur zum Opfer fallen